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Projekt WS 2010/11
Gruppenarbeit Detmold
betreut: Prof´ in R. Reich
Strategie
Wir sind es gewohnt die uns umgebende Realität als eine Einheit von Hör-und Sichtbarem zu begreifen. Die Klangquelle ist an das visuell wahrnehmbare Umfeld gekoppelt. Das Abspielen von Musik über Kopfhörer eines MP3-Players verursacht ein leichtes Entrücken aus der uns umgebenden Umwelt. Das subjektive Ich nimmt Klänge wahr, die Andere am gleiche Ort nicht hören. Die Realitätsebenen verschieben sich.
Wirkstoff Stadt hat sich diese Verschiebung zu nutze gemacht, um Spaziergänger durch die alltägliche Stadt in eine intime und sehr individuelle Inszenierung zu involvieren. Eine über Kopfhörer und MP3- Player eingespielte Hörspur führt den zuhörenden Spaziergänger auf einem vorgesehenen Weg durch die Detmolder Innenstadt und begleitet ihn in eine assoziative Auseinandersetzung über Fragen nach der Identität einer Stadt wie Detmold.
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Konzept
Detmold, einstige Residenzstadt der Fürsten zu Lippe, jetzt nur noch leere Hülle bedeckt mit einer dicken Staubschicht. Ein klein wenig altbacken. „Hier gibt’s nichts.“ oder „ Orte, bei denen einem gar nichts mehr zu einfällt.“ Aussagen wie diese, sind hier, wie anderorts Grundtenor der allgemeinen Meinung zur eigenen Stadt. Das Institut für Wahrnehmung und Promenadologie startet deshalb den Testlauf „Wirkstoff: staDT“ zur kreativen Wiederaneignung des städtischen Raums in Detmold. Begleitet wird der persönliche Testlauf von Herr Dr. Lausch, der durch seine Anweisungen führt und lenkt. Er ist es auch, der darauf aufmerksam macht, das wahrnehmungsverschärfende Präparat einzunehmen, das der Proband am Startpunkt der Hof Apothke erhalten hat. Das Präparat soll als Hilfestellung verstanden werden seine alltägliche Routine hinter sich zu lassen.
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"Eine kleine Stadt hat auch was für sich."
Das Audio-Kunstprojekts „Wirkstoff StaDT“ hat aufgezeigt, das es Möglich ist, die Teilnehmer an Hand von Assoziationsfeldern aus der Verbindung von Text und Ort zu beeinflussen. Dafür war es wichtig, dass sich der Teilnehmer auf die Überlagerung von realen und fiktiven Klangräumen einlässt und der führenden Stimme auf seinem MP3-Player vertraut. Der interaktive Weg durch die Stadt bringt den Spaziergänger mit Kopfhörer dem Stadtraum näher, so genannte Schandflecke werden in ein anderes Licht gerückt und Illusionen zur unterstützenden Hilfe kreiert. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird zu einer neuen Gesamtheit. So führen Verflechtungen und rauschhafte Verdichtungen zu einem neuen Vertrauen in die Stadt, einer neuen Wahrnehmung und Verknüpfung des Probanden mit Detmold.